Der HSV in der Krise?

Übersteht eine Hamburger Sportredaktion eine Saison ohne HSV Krise? Nein. Die Morgenpost hat gestern die HSV Krise ausgerufen. Die Mopo-Onlineleser wurden nach den Gründen für die angebliche Krise gefragt. Gefragt nicht, ob eine Krise da sei, sondern direkt nach den Gründen für die aktuelle Misere.

Die letzten 20 Jahre hat der HSV es den Sportjournalisten in Hamburg wirklich einfach gemacht. In jeder Saison gab es einmal eine Serie mit vier oder mehr Niederlagen in Folge, die den Trainer in Frage stellte. In etwa alle zwei Jahre wurde der Trainer auch ausgewechselt. Letztes Jahr dann sogar die Mutter aller HSV Krisen mit drohender Zweitligateilnahme.

Und heute? Seit zwei Spieltagen ist der HSV Zweiter und dazu noch mit ordentlichem Abstand die Nummer 1 im Norden. Zwar hat der HSV sich da nicht mit brasilianischem Zauberfussball hingekickt, aber immerhin stimmt das was bei der stevenschen Defensivtaktik hintenrausgekommen ist: Platz 2 und berechtigte Hoffnungen auf die Champions League.  Seit September hat der HSV in der Liga nur ein Spiel verloren. Im Volkspark ging in allen Wettbewerben noch kein Gegner als Sieger vom Platz.

Wenn es einmal besser läuft reichen also drei rote Karten, ein formschwacher Van der Vaart und ein Streit des Trainers mit ARD für die erste richtige HSV Krise des Jahres. Blättert man heute die Mopo eine Seite weiter, dann liest man gleich über die nächste Fussballkrise in Hamburg. Berichtet wird über einen Zweitligisten, der am Sonntag gegen den Tabellenletzten 1:4 verloren hat und noch Planungsschwierigkeiten für die nächste Saison hat. Dort oder in Nürnberg oder Kaiserslautern sind der derzeit die Schauplätze für die echten Fussballkrisen.

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